Wettmafia: was amtliche Quellen über organisierte Spielmanipulation sagen
Kurz gesagt
Als Fachbegriff für Spielmanipulation verwendet keine amtliche Quelle, die ich geprüft habe, das Wort „Wettmafia“. Die Bundesregierung nennt organisierte Kriminalität als einen Hintergrund: Hinter bekannt gewordenen Wettbetrugsfällen standen laut Gesetzesbegründung von 2016 teilweise Täter aus diesem Bereich. Für besonders schwere Fälle, in der Regel auch bei Bandenmitgliedschaft, sieht § 265e StGB Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren vor.
Was schreibt die Bundesregierung?
In der Begründung zum Gesetzentwurf über die Strafbarkeit von Sportwettbetrug und der Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben vom 20.06.2016 heißt es: „Bei den in den letzten Jahren bekannt gewordenen Wettbetrugsfällen standen hinter solchen Manipulationshandlungen teilweise Täter aus dem Bereich der organisierten Kriminalität. Der Wettmarkt kann zu einem Berührungspunkt von Sport und organisierter Kriminalität werden, von dem eine ganz erhebliche Gefahr für die Integrität des Sports und die mit dem Sport verbundenen legitimen Vermögensinteressen ausgeht.“
Welche Strafe droht bei bandenmäßiger Manipulation?
§ 265e StGB lautet: „In besonders schweren Fällen wird eine Tat nach den §§ 265c und 265d mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn 1. die Tat sich auf einen Vorteil großen Ausmaßes bezieht oder 2. der Täter gewerbsmäßig handelt oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat.“
bis 3 JahreFreiheitsstrafe für Sportwettbetrug nach § 265c StGB, oder GeldstrafeStrafgesetzbuch
3 Monate bis 5 Jahrein besonders schweren Fällen, etwa bei einer Bande§ 265e StGB
etwa 2 Mio. EuroSchaden der Wettanbieter im Fußballwettskandal um Robert HoyzerBundesgerichtshof, 15.12.2006
Wie gehen die Täter vor?
Das Landeskriminalamt Berlin beschreibt es so: „Die Methoden der Manipulation sind breit gefächert: Es wird versucht, Spielerinnen und Spieler zu bestechen oder Schiedsrichtende unter Druck zu setzen. Mitunter werden auch ausländische Websites gehackt und Spiele ins Internet gestellt, die nie gespielt werden („Geisterspiele“).“
Im Fußballwettskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer stellte das Landgericht Berlin laut Bundesgerichtshof fest, dass der Angeklagte Ante S. die Schiedsrichter Hoyzer und Marks „durch Zahlung erheblicher Geldbeträge“ zu bewussten Fehlentscheidungen brachte. Die Einzelheiten stehen auf der Seite Robert Hoyzer. Wie Spiele erfunden werden, die nie stattfanden, beschreibt die Seite Wetten auf Spiele, die nie stattfanden.
Wo lässt sich ein Verdacht melden?
Für Hinweise auf manipulierte Wettbewerbe gibt es die „Meldestelle Sportmanipulation“. Laut LKA Berlin wurde sie vom Bundesministerium des Innern und für Heimat ins Leben gerufen. Mehr zu den Formen von Wettbetrug steht auf der Seite Wettbetrug: Formen, Fälle, Folgen.