Sportwetten-Betrug: Formen, Fälle, Folgen
Kurz gesagt
Wettbetrug hat zwei Seiten: die Manipulation eines Sportwettbewerbs und den Betrug an Menschen, die wetten. Für die Manipulation gibt es im Strafgesetzbuch eigene Vorschriften, die §§ 265c bis 265e. Die Zitate und Angaben auf dieser Seite stammen aus den Gesetzestexten und aus Veröffentlichungen der GGL und der Polizei, abgerufen am 28.09.2026.
Was ist Sportwettbetrug nach dem Strafgesetzbuch?
§ 265c StGB beginnt so: „Wer als Sportler oder Trainer einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er den Verlauf oder das Ergebnis eines Wettbewerbs des organisierten Sports zugunsten des Wettbewerbsgegners beeinflusse und infolgedessen ein rechtswidriger Vermögensvorteil durch eine auf diesen Wettbewerb bezogene öffentliche Sportwette erlangt werde, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
Ebenso bestraft wird nach Absatz 2, wer einem Sportler oder Trainer einen solchen Vorteil anbietet, verspricht oder gewährt. Die Absätze 3 und 4 regeln dasselbe für Schieds-, Wertungs- und Kampfrichter.
| Vorschrift | Worum es geht | Strafrahmen laut Gesetzestext |
|---|---|---|
| § 265c StGB | Manipulation eines Wettbewerbs des organisierten Sports mit Bezug auf eine öffentliche Sportwette | Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe |
| § 265d StGB | Manipulation eines berufssportlichen Wettbewerbs, auch ohne Bezug auf eine Wette | Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe |
| § 265e StGB | Besonders schwere Fälle der §§ 265c und 265d, etwa bei einem Vorteil großen Ausmaßes oder gewerbsmäßigem Handeln | Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren |
| § 263 StGB | Betrug: Vermögensschaden durch Täuschung | Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (Absatz 1); in besonders schweren Fällen sechs Monate bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe (Absatz 3) |
Wie wird manipuliert?
Das Landeskriminalamt Berlin beschreibt die Methoden so: „Die Methoden der Manipulation sind breit gefächert: Es wird versucht, Spielerinnen und Spieler zu bestechen oder Schiedsrichtende unter Druck zu setzen. Mitunter werden auch ausländische Websites gehackt und Spiele ins Internet gestellt, die nie gespielt werden („Geisterspiele“).“
Dabei geht es laut derselben Quelle oft nicht um Sieg oder Niederlage: „Gewettet wird auf Details: Wie viele rote Karten werden bei einem Fußballspiel gegeben?“
Auch die wissentliche Teilnahme ist strafbar
Das LKA Berlin schreibt: „Wichtig zu wissen ist, dass die wissentliche Teilnahme am Wettbetrug strafbar ist.“
Wo lässt sich ein Verdacht melden?
Für Hinweise auf manipulierte Wettbewerbe gibt es die „Meldestelle Sportmanipulation“. Laut LKA Berlin wurde sie vom Bundesministerium des Innern und für Heimat ins Leben gerufen; beteiligt sind unter anderem das LKA, die Länderpolizeien, die Glücksspielaufsicht und Sportfachverbände. Der Artikel des LKA trägt laut Seitendaten das Datum 21.09.2022.
Woran erkennen Sie unerlaubte Anbieter?
Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd warnte am 26.11.2025: „Viele Plattformen wirken auf den ersten Blick seriös“. Als Beispiele nennt sie deutschsprachige Webseiten, deutsche Telefonnummern und scheinbar offizielle Anbieterangaben, die „leicht über die tatsächliche Herkunft hinweg“ täuschen. Weiter heißt es: „Die Zahlungsabwicklung erfolgt häufig über ausländische Konten.“
Die GGL empfiehlt laut ihrer Warnung vom 09.06.2026, vor der Registrierung oder Wettabgabe zu prüfen, ob ein Anbieter über eine Erlaubnis verfügt, und schreibt zu illegalen Angeboten: „Zudem besteht für Spielende ein erhöhtes Risiko, Opfer von Betrug oder unfairen Geschäftspraktiken zu werden.“
- Welche Marken eine Erlaubnis haben, steht im Register-Abgleich.
- Welche keine haben, steht auf der Seite Wettanbieter ohne Lizenz.
- Was ein Eintrag im Register bedeutet, erklärt die Übersicht was eine Wettlizenz in Deutschland wert ist.
Was sind Gesellschaftswetten?
Die GGL warnte am 05.09.2025 vor Gesellschaftswetten; sie beziehen sich laut GGL auf „Ereignisse des öffentlichen oder gesellschaftlichen Lebens, etwa politische Wahlen, Gerichtsurteile, Naturkatastrophen, gesellschaftliche Ereignisse oder andere, nicht-sportliche Entwicklungen“. Solche Angebote gegen Entgelt sind laut GGL „nach geltendem deutschem Recht nicht erlaubnisfähig und damit illegal“. Strafbar ist laut derselben Warnung das Veranstalten und Vermitteln ebenso wie die Teilnahme daran.
Wohin, wenn ein Anbieter nicht auszahlt?
Welche Wege es bei Streit mit einem Anbieter gibt, steht auf der Seite Beschwerde gegen einen Wettanbieter. Was die AGB einzelner Anbieter zu Auszahlung und Sperre sagen, steht in den Prüfprotokollen im Register-Abgleich.
Welche Fälle sind hier dokumentiert?
- Robert Hoyzer: was der Bundesgerichtshof zum Wettskandal festgestellt hat
- Ante Sapina: was Gerichte zum Wettbetrug veröffentlicht haben
- Bundesliga-Skandal 1971: was der DFB heute dazu schreibt
- Wettbetrug im Tennis: was Entscheidungen und Berichte belegen
- Wetten auf Spiele, die nie stattfanden: was über Geisterspiele belegt ist
- Wettmafia: was amtliche Quellen über organisierte Spielmanipulation sagen